Heiligste Dreifaltigkeit Beverungen

 

Eine kleine Wortgottesfeier für Sie!

 

17.09.2021

von Johannes Schreier

Text:

Schott Messbuch,

Laacher Messbuch,

Liturgie KONKRET,

Johannes Schreier

 

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen

In unserer Pfarrgemeinde Heiligste Dreifaltigkeit!

Ich freue mich, dass Sie sich die Zeit nehmen, diesen kleinen Wortgottes- dienst für sich allein oder auch in Gemeinschaft mit Schwestern und
Brüdern im Herrn zu feiern.

Suchen Sie sich einen ruhigen Raum, ein „Stilles Fleckchen“ im Haus. Lassen Sie Ruhe einkehren um dann offen zu werden für Gottes Wort.

Diese etwa zwanzig Minuten sollen getragen sein von Stille, geprägt von Ruhe und Frieden im Herzen. Genießen Sie die Zeit. Bedenken Sie Gottes Wort. Beten sie mit Bedacht und gehen Sie mit Gottes Segen gestärkt in die kommende Zeit.

 

 

17. September 2021

Freitag der 24. Woche im Jahreskreis

L 1 Tim 6,3b–12 Ev Lk 8,1–3 (Lekt. VI, 202)

 Lied GL 435,1–2 (Herr, ich bin dein Eigentum)

 

 

Wir beginnen den Gottesdienst:

Im Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.

Amen.

 

Der Friede unseres Herrn, Jesus Christus,
die Liebe Gottes des Vaters
Und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns,
jetzt und allezeit!

 

Amen!

 

HL. HILDEGARD VON BINGEN

Äbtissin, Mystikerin, Kirchenlehrerin

 

Hildegard wurde 1098 in Bermersheim (nördlich Alzey) geboren. Sie war das zehnte Kind des Edelfreien Hildebert und seiner Gattin Mechtild. Das Mädchen war schwächlich, aber lebhaft und fröhlich, und das blieb sie ihr Leben lang. Schon als Kind sah sie mehr als andere Menschen. Zur Erziehung wurde sie zu Jutta von Spanheim auf den nahe gelegenen Disibodenberg gebracht. Als Jutta, die Meisterin der Klause, 1136 starb, wurde Hildegard ihre Nachfolgerin. 1150 zog sie mit ihren inzwischen zahlreicher gewordenen Nonnen in das von ihr erbaute Kloster Rupertsberg bei Bingen. Um 1165 besiedelte sie das damals leerstehende Kloster Eibingen oberhalb von Rüdesheim. ­ Schon auf dem Disibodenberg hatte sie auf Gottes Geheiß angefangen, ihre in wachem Zustand empfangenen Visionen und Einsichten niederzuschreiben. Sie, die sich „ungelehrt“ und „armselig“ nannte, war in Wahrheit eine hoch begabte, ja geniale Frau. Ihr Erstlingswerk nannte sie „Scivias“ - „Wisse die Wege (Gottes)“. Durch ihre Schriften, Briefe, Predigten und Prophezeiungen wurde sie bald eine bekannte Persönlichkeit. Sie stand in Briefwechsel mit Päpsten und Königen; aber auch arme und einfache Menschen suchten bei ihr Rat und Hilfe. Offenheit für die Fragen und Nöte der Welt und tiefe Gottverbundenheit waren für sie keine Gegensätze. Immer lebte sie im Licht Gottes; ihn fand sie in allen Dingen wieder: in den Steinen, Tieren, Menschen. Die Kraft ihrer Schau wurde geformt durch die Heilige Schrift, die Liturgie und die Kirchenväter. In allem aber blieb sie der demütig staunende Mensch. Hildegard starb am 17. September 1179. Papst Benedikt XVI. hat sie am 10. Mai 2012 heiliggesprochen und am 7. Oktober 2012 zur Kirchenlehrerin erhoben.
 

„Gott ist ewig, und Ewigkeit ist Feuer, und das ist Gott.

Und Gott ist kein verborgenes, kein schweigendes Feuer,

sondern ein wirkendes Feuer.“

„Der Heilige Geist ist Leben spendendes Leben,

Beweger des Alls und Wurzel alles geschaffenen Seins.

Er reinigt das All von Unlauterkeit,

er tilgt die Schuld, und er salbt die Wunden.

So ist er leuchtendes Leben, würdig des Lobes.

auferweckend und wiedererweckend das All.“

                                                         (Hildegard von Bingen)

Einführung

„Wir haben nichts in die Welt mitgebracht,

und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen.“

Dieses zeitlos gültige Wort hören wir heute in der Lesung aus dem Brief an Timotheus.

Wir kennen es, wir wissen darum – und doch leben wir oft nicht danach,

auch weil die Anforderungen, die das Leben stellt,

die kleineren und größeren Ansprüche, die wir selbst haben,

dieses Bewusstsein in den Hintergrund treten lassen.

Das Evangelium stellt uns das anspruchslose Leben Jesu

quasi kontrastierend vor Augen.

Auch wenn das nicht für jede und jeden möglich ist,

so bleibt doch seine Botschaft ein Maßstab für unser geistliches Leben:

Selig, die arm sind vor Gott, denn ihrer ist das Himmelreich.

 

Schwestern und Brüder,

Das Wort Gottes stärkt und ermutigt.

Es lässt uns aber auch unser Versagen

und unsere Schuld erkennen.

Im Vertrauen auf die Güte des Herrn rufen wir:

Erbarme dich, Herr, unser Gott. erbarme dich.

Denn wir haben vor dir gesündigt.

Erweise uns, Herr, deine Huld.

Und schenke uns dein Heil.

 

Jesus unser Bruder, du rufst uns in deine Nachfolge.

Herr, erbarme dich.

Jesus unser Bruder, du mutest uns andere Gedanken zu al üblich.

Christus, erbarme dich.

Jesus unser Bruder, du unterstützt unsere Versuche, Mensch zu werden.

Herr, erbarme dich.

 

Der allmächtige Gott erbarme sich unser.

Er lasse uns die Sünden nach

und führe uns zum ewigen Leben.

Amen.

 

Tagesgebet

 

Gott, du Quelle des Lebens,

du hast die heilige Hildegard

mit prophetischem Geist erfüllt.

Hilf uns, nach ihrem Vorbild

über deine Wege nachzusinnen

und deiner Führung zu folgen,

damit wir in der Dunkelheit dieser Welt

das Licht deiner Klarheit erkennen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus,

deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.                Amen.

 

 

 

LESUNG

                           1 Tim 6, 3b-12

 

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an Timotheus

Mein Sohn!

Wer sich nicht an die gesunden Worte Jesu Christi, unseres Herrn, und an die Lehre unseres Glaubens hält,

der ist verblendet; er versteht nichts, sondern ist krank vor lauter Auseinandersetzungen und Wortgefechten. Diese führen zu Neid, Streit, Verleumdungen, üblen Verdächtigungen

und Gezänk unter den Menschen, deren Denken verdorben ist; diese Leute sind von der Wahrheit abgekommen und meinen, die Frömmigkeit sei ein Mittel, um irdischen Gewinn zu erzielen.

Die Frömmigkeit bringt in der Tat reichen Gewinn, wenn man nur genügsam ist.

Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht, und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen.

Wenn wir Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen.

Wer aber reich werden will, gerät in Versuchungen und Schlingen, er verfällt vielen sinnlosen und schädlichen Begierden, die den Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen.

Denn die Wurzel aller Übel ist die Habsucht. Nicht wenige, die ihr verfielen, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich viele Qualen bereitet.

Du aber, ein Mann Gottes, flieh vor all dem. Strebe unermüdlich nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut.

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast.

 

Wort des lebendigen Gottes!

Dank sei Gott!

 

ANTWORTPSALM

Ps 49 (48), 6-7.8-9.17-18.19-20 (R: Mt 5, 3)

 

 

          R Selig, die arm sind vor Gott;

(GL neu 41, 1)

 

 

          denn ihnen gehört das Himmelreich. - R

 

       Warum soll ich mich in bösen Tagen fürchten,

IV. Ton

          wenn mich der Frevel tückischer Feinde umgibt?

7        Sie verlassen sich ganz auf ihren Besitz

          und rühmen sich ihres großen Reichtums. - (R)

       Loskaufen kann doch keiner den andern

          noch an Gott für ihn ein Sühnegeld zahlen

       - für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch;

          für immer muss man davon abstehn -. - (R)

17      Lass dich nicht beirren, wenn einer reich wird

          und die Pracht seines Hauses sich mehrt;

18      denn im Tod nimmt er das alles nicht mit,

          seine Pracht steigt nicht mit ihm hinab. - (R)

19      Preist er sich im Leben auch glücklich

          und sagt zu sich: „Man lobt dich, weil du dir‘s wohl sein lässt,

20      so muss er doch zur Schar seiner Väter hinab,

          die das Licht nie mehr erblicken.

          R Selig, die arm sind vor Gott;

          denn ihnen gehört das Himmelreich.

 

 

RUF VOR DEM EVANGELIUM

Vers: vgl. Mt 11, 25

Halleluja. Halleluja.

Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde;

du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart.

Halleluja.

 

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

 

EVANGELIUM

                                           Lk 8, 1-3

 

In jener Zeit wanderte Jesus von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes. Die Zwölf begleiteten ihn,

außerdem einige Frauen, die er von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt hatte: Maria Magdalene, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren,

Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere. Sie alle unterstützten Jesus und die Jünger mit dem, was sie besaßen.

 

 

Evangelium unseres Herrn, Jesus Christus!

 

 

Glaubenszeugnis

 

 

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Wer aber reich werden will, gerät in Versuchungen und Schlingen,

er verfällt vielen sinnlosen und schädlichen Begierden,

die den Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen.

Denn die Wurzel aller Übel ist die Habsucht.“

Klare Worte, die Timotheus ans Herz gelegt werden.

Die Habgier der Menschen ist der Grund für die meisten Übel in unserer Welt.

Vieles von dem, was uns derzeit Sorgen bereitet,

beruht auf der Habgier nach immer mehr und noch mehr.

Ob Bankenkrise, Abgasmanipulation, Rodung des Regenwaldes, Maskenskandal während der Corona-Pandemie:

Antriebsfeder ist die Habgier.

Die Habgier wird seit jeher von allen Religionen als Form des Bösen geächtet.

Wir müssen dabei nicht an die großen Firmen oder an „die da oben“ denken;

Jesus warnte ja auch vor „jeder Form von Habgier“,

also auch im Kleinen, auch bei uns selbst.

Er selbst hat einen alternativen Lebensstil gewählt.

Auch wenn dieser so nicht für alle möglich ist,

täte vielen von uns sicher mehr Bedürfnislosigkeit gut.

 

 

Gebet  --

       Zur Gemeinschaft mit Gott berufen

Gebet für die Österliche Bußzeit und die Zeit im Jahreskreis

 

 

         Wie groß sind deine Werke, o Herr

 

         Wo ich gehe — du.

         Wo ich stehe — du.

         Du Gott meines Lebens.

 

         Du Gott unseres Lebens, du bist unter uns:

         Im Miteinander-Reden,

         im Aufeinander-Hören,

         im Miteinander-Schweigen,

         im Nacheinander-Fragen,

         im Füreinander-Dasein.

 

         Wie groß sind deine Werke, o Herr

 

          In meinen Gedanken — du.

         In meinen Werken — du.

         Du Gott meines Lebens.

 

         Du Gott unseres Lebens, du bist in uns:

          Wenn wir einander lieben,

         wenn wir aneinander leiden,

         wenn wir füreinander einstehen,

         wenn wir miteinander teilen,

         wenn wir uns einander schenken.

 

 

Wie groß sind deine Werke, o Herr

 

         Auf meinen Wegen — du.

         Wo ich auch bin — du.

         Du Gott meines Lebens.

 

         Du Gott unseres Lebens, du gehst mit uns:

         Wo wir herausgefordert sind,

         wo wir zurückstecken müssen,

         wo wir ringen um das, was recht ist,

         wo wir nach deinem Willen fragen,

         wo wir dein Reich suchen.

 

         Wie groß sind deine Werke, o Herr

 

 

 

„Wir haben nichts in die Welt mitgebracht, und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen.“

Bitten wir den Herrn, der die Armen seliggepriesen hat:

 

Für unsere Kirche, dass sie wieder als ein Gegenentwurf zu unserer Gesellschaft erkennbar und erfahren wird.

Jesus, unser Bruder: Wir bitten dich, erhöre uns.

Für alle, die in Wirtschaft und Politik Einfluss haben:

dass sie nicht nachlassen in dem Bemühen, die Güter der Erde gerecht zu verteilen.

Jesus, unser Bruder: Wir bitten dich, erhöre uns.

Für alle, die sich um Menschen in Not und prekären Verhältnissen einsetzen, die kranke und einsame Menschen besuchen:

dass sie Freude und Dankbarkeit erfahren.

Jesus, unser Bruder: Wir bitten dich, erhöre uns.

Für alle, die uns am Herzen liegen und um die wir uns Sorgen machen: um himmlischen Segen und Begleitung guter Menschen.

Jesus, unser Bruder: Wir bitten dich, erhöre uns.

Für alle unsere Verstorbenen:

dass ihnen das Gute, das sie im Leben getan haben, als wahrer Reichtum angerechnet wird.

Jesus, unser Bruder: Wir bitten dich, erhöre uns.

Guter Gott, höre unsere Bitten und erhöre sie durch Christus, unseren Bruder und Herrn in Ewigkeit.                                                             Amen.

 

Vaterunser

Jesus hat seine Jünger fasziniert.

Er hat auch mit ihnen gerungen und ihnen dabei zu seinem Gottesverständnis geschenkt.

Wie mit ihnen, so betet er auch mit uns:

 

Vater unser im Himmel…

 

Denn dein ist das Reich…

 

Friedenszeichen

Wir bitten um die Weisheit von oben,

die friedlich ist und freundlich,

reich an guten Werken und wahrhaftig.

Sie will in uns wohnen und unser Miteinander prägen.

 

Herr Jesus Christus schaue nicht auf das was uns immer wieder nicht gelingt und auf das was wir nicht vollenden.
Sondern schaue auf den Glauben deiner Kirche,

vollende du das was wir nicht vollbringen
und schenke deiner Kirche und uns nach deinem Willen

Frieden und Heil.

 

Der Friede des Herrn sei allezeit mit uns.

Amen!

 

 

 

Impuls

„Die Wurzel aller Übel ist die Habsucht.“ (1 Tim 6,10)

 

Allmächtiger Gott,

du erneuerst uns durch dein Wort.

Gewähre uns deine Hilfe

Und mache das Werk der Erlösung auch in unserem Leben wirksam.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Der Herr segne uns und behüte uns;
der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten
und sei uns gnädig;
er wende uns sein Antlitz zu
und schenke uns seinen Frieden.

Das gewähre uns der dreieinige gütige und treue Gott,
der Vater und der Sohn
und der Heilige Geist.                                                  Amen.

 

 

Gehen wir hin, wir sind gesendet.
Gehen wir hin und schaffen Frieden.
Dank sei Gott dem Herrn.

 

Lied GL 526

 

Danke für ihr Mitbeten.

Ich wünsche uns allen eine gute Zeit.

 

 

Ihr

 

 

Die Wortgottesfeier zum Herunterladen im PDF-Format: