Heiligste Dreifaltigkeit Beverungen
Eine kleine Wortgottesfeier für Sie!
Heiligste Dreifaltigkeit Beverungen
Eine kleine Wortgottesfeier für Sie!
Nr.: 337
14.08.2026
von Johannes Schreier
Text:
Schott Messbuch,
Laacher Messbuch, Liturgie KONKRET, Hermann Würdinger
Johannes Schreier
Liebe Mitchristinnen und Mitchristen
in unserer Pfarrgemeinde Heiligste Dreifaltigkeit!
Ich freue mich, dass Sie sich die Zeit nehmen, diesen kleinen Wortgottes- dienst für sich allein oder auch in Gemeinschaft mit Schwestern und
Brüdern im Herrn zu feiern.
Suchen Sie sich einen ruhigen Raum, ein „Stilles Fleckchen“ im Haus. Lassen Sie Ruhe einkehren um dann offen zu werden für Gottes Wort.
Diese etwa zwanzig Minuten sollen getragen sein von Stille, geprägt von Ruhe und Frieden im Herzen. Genießen Sie die Zeit. Bedenken Sie Gottes Wort. Beten sie mit Bedacht und gehen Sie mit Gottes Segen gestärkt in die kommende Zeit.
14. August 2026
G Maximilian Maria Kolbe
L Ez 16,1–15.59b–60.63 (oder 16,59–63); Ev Mt 19,3–12 (Lekt. VI, 58)
Lied GL 543 1+3
Kreuzzeichen
Das Kreuz ist ein Zeichen der Hoffnung,
weil es kein Zeichen des Todes mehr ist.
Wir stellen uns unter dieses Zeichen:
Im Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Amen.
Der Friede unseres Herrn, Jesus Christus,
die Liebe Gottes des Vaters
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns,
jetzt und allezeit!
Amen!
Einführung
„Hass ist keine schöpferische Kraft.
Schöpferische Kraft ist die Liebe.“
Das waren die letzten Worte von Pater Maximilian Kolbe.
Der polnische Franziskaner-Minorit ist im KZ Auschwitz freiwillig an die Stelle eines jungen Familienvaters getreten
und hat den Tod im Hungerbunker auf sich genommen.
14 Tage lang hat er seine neun Leidensgenossen getröstet.
Am 14. August 1941 wurde er dann mit einer Giftspritze ermordet.
Auch wir erleben gegenwärtig viel Hass in unserer Gesellschaft und auf der ganzen Welt.
Der Heilige des heutigen Tages mahnt uns zu einem neuen Miteinander,
das geprägt ist vom Geist der gegenseitigen Achtung
und der Nächstenliebe.
Christus-Rufe
Herr Jesus Christus,
du rufst Menschen in deine Nachfolge.
Herr, erbarme dich.
Du gibst Kraft zur Veränderung.
Christus, erbarme dich.
Dich bekennen Menschen als ihren Herrn und Erlöser.
Herr, erbarme dich.
Vergebungsbitte
Der allmächtige Gott erbarme sich unser.
Er lasse uns die Sünden nach
und führe uns zum ewigen Leben.
Amen.
Tagesgebet
Gott,in deiner Kraft hat der heilige Maximilian Maria Kolbe
die Qualen des Martyriums ausgehalten
und sein Leben für den Bruder in Christus hingegeben.
Sieh auf unsere Schwachheit
und gib uns die Kraft,
deine Wahrheit und deine Liebe
in unserem Leben und Sterben zu bezeugen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.
Lesung Ez 16, 1–15.59b–60.63
Lesung
aus dem Buch Ezéchiel.
Das Wort des Herrn erging an mich:
Menschensohn, mach Jerusalem ihre Gräueltaten bekannt
und sage: So spricht Gott, der Herr, zu Jerusalem:
Deiner Herkunft und deiner Geburt nach
bist du aus dem Land der Kanaaníter.
Dein Vater ist ein Amoríter und deine Mutter eine Hetíterin.
Bei deiner Geburt, am Tag, als du geboren wurdest,
wurde deine Nabelschnur nicht abgeschnitten,
du wurdest zur Reinigung nicht mit Wasser abgewaschen,
nicht mit Salz eingerieben,
nicht in Windeln gewickelt.
Kein Auge zeigte dir Mitleid,
um dir eines von diesen Dingen zu tun,
um sich deiner zu erbarmen,
sondern du wurdest auf das freie Feld hingeworfen,
weil man dich verabscheute am Tag,
an dem du geboren wurdest.
Da kam ich an dir vorüber und sah dich in deinem Blut strampeln;
und ich sagte zu dir in deinem Blut: Bleib am Leben!
Ich sagte zu dir: In deinem Blut, bleib am Leben!
Wie eine Blume auf dem Feld ließ ich dich wachsen.
Und du bist herangewachsen,
bist groß geworden und herrlich aufgeblüht:
Deine Brüste wurden fest;
dein Haar begann zu sprießen.
Doch du warst nackt und bloß.
Da kam ich an dir vorüber und sah dich
und siehe, deine Zeit war da,
die Zeit der Liebe.
Ich breitete den Saum meines Gewandes über dich
und bedeckte deine Blöße.
Ich leistete dir den Eid
und ging mit dir einen Bund ein
— Spruch Gottes, des Herrn –
und du wurdest mein.
Dann wusch ich dich mit Wasser,
spülte dein Blut von dir ab
und salbte dich mit Öl.
Ich kleidete dich in bunte Gewänder,
zog dir Schuhe aus Tahasch-Leder an,
band dir Byssus um und hüllte dich in Seide.
Ich schmückte dich mit Schmuck,
legte dir Spangen an die Arme
und eine Kette um den Hals.
Ich gab einen Ring an deine Nase,
Ohrringe an deine Ohren
und eine herrliche Krone auf dein Haupt.
Mit Gold und Silber konntest du dich schmücken,
aus Byssus, Seide und buntem Gewebe war dein Gewand.
Feinmehl, Honig und Öl aßest du.
So wurdest du überaus schön,
du wurdest tauglich zu königlicher Herrschaft.
Der Ruf deiner Schönheit drang zu den Völkern hinaus,
denn sie war vollkommen
durch meinen Schmuck, den ich dir anlegte –
Spruch Gottes, des Herrn.
Doch dann hast du dich auf deine Schönheit verlassen,
du hurtest in deinem Ruhm
und hast mit deiner Hurerei
jeden überschüttet, der vorbeiging,
ihm wurde sie zuteil.
Du hast den Eid missachtet und den Bund gebrochen.
Ich aber, ich werde meines Bundes mit dir
aus den Tagen deiner Jugend gedenken,
und ich werde einen ewigen Bund für dich aufrichten.
So sollst du gedenken,
sollst dich schämen
und wirst vor Scham den Mund nicht mehr öffnen können,
weil ich dir Versöhnung gewähre für alles, was du getan hast –
Spruch Gottes, des Herrn.
ANTWORTPSALM Jes 12, 2.3 u. 4bcd.5–6 (Kv: 1c)
Kv Du hast mich getröstet. – KvGL 48, 1, I. Ton
2[ ] Siehe, Gott ist mein Heil; ∗
ich vertraue und erschrecke nicht.
Denn meine Stärke und mein Lied ist Gott, der Herr. ∗
Er wurde mir zum Heil. – (Kv)
3Ihr werdet Wasser freudig schöpfen ∗
aus den Quellen des Heiles.
4bcdDankt dem Herrn! Ruft seinen Namen an! /
Macht unter den Völkern seine Taten bekannt, ∗
verkündet: Sein Name ist erhaben! – (Kv)
5Singet dem Herrn, denn Überragendes hat er vollbracht; ∗
bekannt gemacht sei dies auf der ganzen Erde.
6Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner Zions; ∗
denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels. – Kv
RUF VOR DEM EVANGELIUM Vers: vgl. 1 Thess 2, 13
Halleluja. Halleluja.
Nehmt das Wort Gottes an,
nicht als Menschenwort,
sondern – was es in Wahrheit ist –
als Gottes Wort.
Halleluja.
Evangelium Mt 19, 3–12
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit
kamen Pharisäer zu Jesus,
um ihn zu versuchen,
und fragten:
Darf man seine Frau
aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen?
Er antwortete:
Habt ihr nicht gelesen,
dass der Schöpfer den Menschen
am Anfang männlich und weiblich erschaffen hat
und dass er gesagt hat:
Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen
und sich an seine Frau binden
und die zwei werden ein Fleisch sein?
Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.
Sie sagten zu ihm:
Wozu hat dann Mose vorgeschrieben,
der Frau eine Scheidungsurkunde zu geben
und sie aus der Ehe zu entlassen?
Er antwortete:
Nur weil ihr so hartherzig seid,
hat Mose euch gestattet, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen.
Am Anfang war das nicht so.
Ich sage euch:
Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt,
und eine andere heiratet,
der begeht Ehebruch.
Da sagten seine Jünger zu ihm:
Wenn das Verhältnis des Mannes zur Frau so ist,
dann ist es nicht gut zu heiraten.
Jesus sagte zu ihnen:
Nicht alle können dieses Wort erfassen,
sondern nur die, denen es gegeben ist.
Denn manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig,
manche sind von den Menschen dazu gemacht
und manche haben sich selbst dazu gemacht –
um des Himmelreiches willen.
Wer es erfassen kann, der erfasse es.
Zu den Schriftlesungen
Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!
Dem Abschnitt über die Ehescheidung
hat Matthäus das Wort von der Ehelosigkeit angefügt.
Wird das Thema Unauflöslichkeit der Ehe schon sehr kontrovers in unserer Gesellschaft diskutiert,
stößt die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen heutzutage weitgehend auf Unverständnis.
Die Texte der werktäglichen Lesungen treffen heute zufällig auf den Gedenktag von P. Maximilian Kolbe,
doch nehmen sie uns mit hinein in die Aktualität dieses Themas vom kirchlichen Zölibat.
Ohne diese Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen
wäre die Geschichte nicht so verlaufen, wie sie ist.
P. Maximilian hat sich gerade deshalb freiwillig geopfert
für den Familienvater Franciszek Gajowniczek,
der eine Frau und zwei Söhne hatte,
weil er selbst familiär ungebunden war.
Der Disput von Maximilian Kolbe mit dem Lagerführer Fritsch ist überliefert:
M. Kolbe: „Herr Lagerführer, lassen Sie mich für ihn sterben. Auch wenn ich so unschuldig bin wie er.“
Fritzsch: „Was ist! Was fällt Dir ein! Wer bist Du?“
Kolbe: „Polnischer Schutzhäftling 16670, Maximilian Kolbe, 47 Jahre.
Ich bin Priester und möchte für den da sterben.
Ich bin alt und allein und er hat Frau und Kinder.“
Ohne jetzt in die Diskussion um das Pro und Contra des Zölibats einzusteigen,
finden wir in Maximilian Kolbe ein extremes Beispiel,
bei dem die Ehelosigkeit die Möglichkeit ist,
das Leben vollständig dem Dienst an Gott
und der Gemeinde zu widmen,
ohne die zeitlichen und emotionalen Verpflichtungen einer eigenen Familie.
Angesichts der Grausamkeiten der Geschehnisse im KZ
stellt sich uns die Frage,
wie Christen dies überhaupt zulassen und weiterhin Christen sein konnten.
Gibt es da nicht Ähnlichkeiten mit dem Volk Israel,
über dessen Treulosigkeit Gott und seinen Weisungen gegenüber sich der Prophet Ezechiel beklagt?
Die Prophetie, dass Gott treu bleibt und trotz allem
an seinem Bund mit den Menschen festhält,
damit so viel Liebe den Menschen beschämt,
macht stutzig.
Denn das heißt für uns Christen:
Wir dürfen sogar von Gott beschämt weiterleben,
aber wir müssen alles daransetzen,
dass so etwas wie in Auschwitz nie wieder passieren kann.
Bei den gegenwärtigen Polarisierungen in unserer Gesellschaft ist das eine große Herausforderung.
Gebet --
Wir sind mit Christus auferweckt
Auferstanden ist der Herr, Halleluja.
Wir sind mit Christus auferweckt — Auferstandene sind wir:
Wir dürfen stehen
vor Gott und voreinander
als aufrechte Menschen
immer wieder aufgerichtet durch ihn, unseren Herrn:
durch Vergebung und Barmherzigkeit
durch sein Wort und seine Nähe
durch seinen Frieden und seine Kraft.
Auferstanden ist der Herr, Halleluja.
Wir sind mit Christus auferweckt — Auferstandene sind wir:
Wir können widerstehen
dem Nein zum Leben,
dem, was tödlich ist,
unmenschlich und gottlos;
dem, was Menschen ins Grab bringt,
den Atem nimmt und die Kraft zum Leben.
Auferstanden ist der Herr, Halleluja.
Wir sind mit Christus auferweckt — Auferstandene sind wir:
Wir dürfen stehen
zu unserem Leben
und all dem Schönen, das uns begegnet;
wir dürfen stehen
zu all den Fragen, die uns noch bedrängen,
zu all den Grenzen, an die wir noch stoßen,
zu all den Wunden, die das Leben uns noch bereitet,
zu all den Ungereimtheiten, die uns noch prägen,
zu all den Sehnsüchten, die uns umtreiben,
zu aller Liebe, die wir empfinden und geben.
Auferstanden ist der Herr, Halleluja.
Wir sind mit Christus auferweckt — Auferstandene sind wir:
Wir können aufstehen
und sehen, all das Gute und auch das Leiden;
wir können
hören, was Menschen brauchen
und spüren, wonach sie sich sehnen;
wir können
hingehen und die Hände reichen
und sagen, was guttut und hilft.
Auferstanden ist der Herr, Halleluja.
Wir sind mit Christus auferweckt — Auferstandene sind wir:
Wir dürfen auferstehen
jeden neuen Tag,
so wie Gott uns gedacht hat;
auferstehen als Ebenbild und Kind Gottes,
auferstehen im Reich Gottes unter uns,
auferstehen in unser Ostern,
in das ewige Leben.
Auferstanden ist der Herr, Halleluja.
Fürbitten
Mit Maximilian Kolbe erleben wir, was christliche Nächstenliebe vermag, darum bitten wir Gott,
den Ursprung aller Liebe:
Wecke den Geist der Nächstenliebe, wo Hass und Gewalt das friedliche und gedeihliche Zusammenleben von Menschen bedrohen.
Du Gott der Liebe: Wir bitten dich, erhöre uns.
Lass die Opfer des Nationalsozialismus für uns Mahnung sein, menschenverachtende politische Systeme zu verhindern.
Du Gott der Liebe: Wir bitten dich, erhöre uns.
Schenke allen, die ehelos leben, um frei zu sein für den Dienst an Gott und den Menschen, ein erfülltes Leben.
Du Gott der Liebe: Wir bitten dich, erhöre uns.
Schenke allen namenlosen und vergessenen Opfern von Krieg und Gewalt eine ewige Heimat bei dir.
Du Gott der Liebe: Wir bitten dich, erhöre uns.
Gott, du hast mit den Menschen einen lebensstiftenden Bund geschlossen und ihn durch Christus erneuert. Dafür sagen wir dir Lob und Dank jetzt und alle Zeit.
Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel…
Denn dein ist das Reich…
Friedenszeichen
Herr Jesus Christus, du bist unser Friede und
unsere Versöhnung.
Stifte durch deinen Geist Frieden unter uns Menschen.
Schaue nicht auf unser Unvermögen
und auf das, was uns nur bruchstückhaft gelingt,
sondern schaue auf den Glauben deiner Kirche
und schenke ihr und uns Frieden und Heil.
Der Friede des Herrn sei allezeit mit uns!
Wort auf den Weg
Hoffnung sieht das Unsichtbare,
fühlt das Unfassbare
und erzielt das Unerklärbare.
(Maximilian M. Kolbe)
Schlussgebet
Neu belebt durch dein Wort, bitten wir, Herr:
Entflamme uns mit jenem Feuer der Liebe,
das der heilige Maximilian Maria Kolbe
von dir empfangen hat.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Segensbitte
Der Friede Gottes,
der alles Begreifen übersteigt,
bewahre unsere Herzen und unsere Gedanken
in der Gemeinschaft mit Christus Jesus.
Und so segne uns der dreieinige, gute und treue Gott,
der Vater
und der Sohn
und der Heilige Geist.
Amen.
Entlassung
Gehen wir hin, wir sind gesendet.
Gehen wir hin und schaffen Frieden.
Dank sei Gott dem Herrn.
Lied GL 526
Danke für ihr Mitbeten.
Ich wünsche uns allen eine gute Zeit.
Ihr